Kurz über den Online-Kunstmarkt

DANNY MCDONALD, „Mechanical Bank“, 2015, collection of Ioannis Christoforakos

„Wer rastet, der rostet“ – besonders im Kunstmarkt, denn unsere schnelllebigen Kultur erfordert eine langfristige Anpassung und Weiterentwicklung für den Handel mit Kunst. Beispielhaft für das Funktionieren von Tradition und Fortschritt – Kontinuität und Wandel tat sich jüngst der Stand der Familie Bernheimer auf der Munich Highlight hervor. Mit innovativer Kunst und Offenheit für neue Gedanken zum Thema Kunstvermittlung, legt die Familie erneut den Grundstein für eine Erfolgsgeschichte, von der die kommende Generation noch sprechen wird.

Auch wenn der Online-Kunstmarkt im Verhältnis zum Gesamt-Kunstmarkt noch eine untergeordnete Rolle spielt, so gibt es dennoch Studien, die belegen, dass die Digitalisierung des Kunsthandels deutlich zugenommen hat. Beispielsweise bestätigen viele Sammler und Galerien, dass sie regelmäßig Kunst nur auf der Basis eines digitalen Abbilds kaufen und verkaufen – vorausgesetzt der Künstler ist bekannt.

Laut dem Online Art Trade Report 2015 des britischen Spezialversicherers Hiscox weist die Entwicklung des Gesamtvolumens der Online- Kunstverkäufe eine Wertsteigerung von knapp unter einer Milliarde $ im Jahr 2013 auf geschätzte 2,64 Milliarden $ im Jahr 2015 auf. Der Anteil von im Internet gekaufter Kunst nimmt demnach weltweit zu. Reine Online Auktionshäuser wie Auctionata oder Paddle8 berichten dementsprechend von einem Umsatzanstieg von jeweils 148% und 146% (2014).

Das digitale Abbild wird das Erleben von Kunst im physischen Raum niemals übertreffen. Dennoch wird die Kunstwelt von Neulingen oft als elitär und schwer zugänglich wahrgenommen, weshalb sie die Entdeckungstour im Netz als Alternative begrüßt. Für sie und für Online-Käufer unter 35 Jahren stellen Online-Plattformen oft den Einstieg in eine Kunstsammlung dar. Ein Aspekt, der nicht unterschätzt werden darf! Malerei zählt bei Online-Ankäufen zur beliebtesten Kunstform, gefolgt von Kunstdrucken und der Fotografie.

Die Chancen im Online-Kunstmarkt werden derzeit von mehreren innovativen Unternehmen ausgebaut, auch wenn der Preis bei Ersteinkäufen mehrheitlich noch unter € 1.200 liegt. Das Vertrauen der Investoren bestätigt den Glauben an langfristigen Erfolg.
Auch Galerien können das neue Online-Geschäft effektiv nutzen – vorausgesetzt das Qualitätssiegel für Seriosität, Vertrauen und Sicherheit stimmt mit den digitalen Angeboten überein (vgl. artsy). Hilfreich sind 3-D-Darstellungen mit Bildrotation und hochauflösenden Zoomfunktionen, wodurch Kaufentscheidungen im Netz erleichtert werden. Zustandsberichte und Zertifikate vom Urheber oder etablierten Kunsthändlern stärken zusätzlich das Vertrauen. Zudem entwickeln Logistik- und Versicherungsthemen derzeit neue Leistungspakete für mehr Sicherheit.
Wohin wird sich der Markt entwickeln?

Die Muster und Motive bei Kunstankäufen werden sich weiterhin verändern. Der Einfluss der sozialen Netzwerke (im Kunstbereich nachweislich Facebook und Instagram) sollte dabei nicht unterschätzt werden. Der signifikante Wachstum von Online-Käufen wird jedenfalls weitere neue Ideen und Plattformen bringen. Die nächsten Jahre werden zeigen, wer sich halten kann.

Annette Doms (11/2015)